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Alter
Wein in alten Schläuchen - Transversale kein Mittel zur Schaffung von
Arbeitsplätzen
Den Ausbau der Verkehrswege
als wichtiger Standortfaktor zur Ansiedlung neuer Betriebe und die damit
verbundene Schaffung von Ausbildungsplätzen hat sich Landrat Dr. Achim Brötel
als Schwerpunkt seiner politischen Arbeit auf die Fahnen geschrieben, so die
Berichterstattung in der RNZ vom Samstag.
Zum Thema Standortfaktoren möchte ich aus der Schriftenreihe des bayrischen
Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten „Berichte zur ländlichen
Entwicklung“, Heft 82/2004, Seite 7, zitieren: „Mit dem technologischen
Fortschritt und dem strukturellen Wandel der Unternehmen ändert sich auch die
Bewertung von Standortfaktoren, die ein modernes Unternehmen für den Verbleib
oder die Ansiedlung eines Unternehmens an einen Standort stellt. So genannte weiche
Standortfaktoren gewinnen hierbei immer mehr an Bedeutung. Gerade hier hat
der ländliche Raum Beachtliches zu bieten. Zu diesen weichen Standortfaktoren
zählt der Bericht unter anderem ein attraktives Lebensumfeld, wie sie eine
gepflegte Kulturlandschaft bietet, ein vielfältiges Freizeit- und
Kulturangebot, das soziale und christlich geprägte Dorfleben sowie Baugrund
und Wohnraum zu erschwinglichen Preisen.
Der ländliche Raum hat also bereits viele wichtige Standortfaktoren für die
Ansiedlung von Betrieben zu bieten. Da die Produktion von Massengütern wegen
Globalisierung immer weniger Bedeutung für die heimische Wirtschaft hat,
sollte auch der Neckar-Odenwald-Kreis auf die Ansiedlung von Betrieben mit
Spitzentechnologien zum Beispiel
im Bereich der Informationstechnologie setzen. Hierzu bedarf es aber nicht der
Versiegelung der Landschaft durch Asphaltflächen. Die bayrische
Landesregierung hat erkannt, dass die Arbeitsplätze auch mit anderen
Verkehrswegen zu schaffen sind: „ Darüber hinaus erlauben es moderne
Kommunikations- und Informationstechnologien, die Arbeit wieder näher zu den
Menschen zu bringen. Über Datenautobahnen können System- und Problemlösungen,
Konzepte und Infos sekundenschnell in alle Welt transportiert werden.“
Die Idee einer Transversale von Buchen nach Walldürn stammt aus den 80er
Jahren. Zwischenzeitlich hat sich die Welt verändert. Die Standortfaktoren für
die Ansiedlung von Betrieben sind andere geworden. Für Schlüsseltechnologien
mit Zukunft spielen weiche Standortfaktoren eine weitaus größere Rolle als
die Erreichbarkeit auf einem breit angelegten Autobahnzubringer. Projekte, wie
die „Transversale“ laufen diesen weichen Standortfaktoren sogar zuwider.
Wer sie als Standortfaktor zur Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen
an den Mann oder die Frau bringen möchte verkauft „alten
Wein in alten Schläuchen“.
Der Kreis wäre gut beraten, in die berufliche Bildung zur Qualifikation
unseres Nachwuchses in Schlüsseltechnologien zu investieren und weiche
Standortfaktoren als Kapital zu bewahren.
Wolfgang Beckert
Adelsheim, 2006
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