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Arbeitsplätze als Dauerargument Auch bei Transversale alte Leier 

„Die Transversale betrifft mich als Adelsheimer Bürger nicht als Anwohner, ich meine jedoch dieses Thema geht uns im Bauland alle an.

Jetzt hat nach dem Gemeinderat der Stadt Buchen auch der Walldürner Rat seinen Segen zur Transversale gegeben. Wie schön! Man hat zwar wegen des Landschaftsverbrauchs einige Bedenken, aber was soll’s? Das ist ja alles nicht so schlimm, denn was versprechen uns die Politiker, wenn wir uns für den Bau der Transversale genauso begeistern wie sie? Die Durchfahrt von Walldürn bzw. Buchen zur Autobahn. Umgehungen von Dörfern, bessere Bedingungen für die Industrieansiedlungen und natürlich Arbeitsplätze. Immer dieselbe Leier. Was hat man damals der Bevölkerung von Adelsheim versprochen, als man den Businesspark plante? Richtig: Arbeitsplätze durch Ansiedlung von Industrie- und Gewerbe. Mit dem Arbeitsplatzargument kam man heute als Politiker alles durchsetzen. Und was haben wir heute? Ein komplett ausgestattetes Gewerbegebiet für Millionen Euro errichtet - Leer.

Jetzt versuchen uns die Politiker jedweder Couleur die Transversale wieder als die entscheidende Verbesserung unseres Raums schmackhaft zu machen. Wie immer werden dieselben Versprechungen gemacht und wie immer ist dies dann der entscheidende Durchbruch für eine bessere Entwicklung unserer Region. Unsere Zukunft sind nicht noch mehr Straßen mit erheblichem Landschaftsverbrauch, Versiegelung und Zerstörung immenser Umwelt (siehe Umgehung Adelsheim-Osterburken!), sondern unsere wunderschöne Landschaft und Natur, in der Familien Urlaub machen können und in der es sich lohnt zu leben. Ich denke, die Touristen werden mit unserem Angebot an Straßen vorlieb nehmen, zumal an dem vorhandenen Straßennetz noch Verbesserungen gemacht werden könnten.

Dass der Schwerlastverkehr und die „Mautsünder“ durch unsere Gegend fahren, ist nicht zu übersehen. Aber man löst dieses Problem nicht mit noch mehr Durchfahrmöglichkeiten durch unsere Region von Autobahn zu Autobahn, sondern mit drastischen Strafen für die Spediteure, die die Zahlung der Maut unterlaufen. Hier entgehen dem Staat Einnahmen!

Vielleicht sollte man zuerst diese Probleme lösen, bevor man neue schafft. Aber so wird‘s in der Politik gerne gemacht. Zuerst wird gehandelt, dann wird nachgedacht und dann gezwungenermaßen nachgebessert - anstatt nachzudenken und dann richtig zu handeln.“

Gabriele Genieser

Adelsheim, 2006

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