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Mogelpackung 

Die in Zimmern gegründete Bürgerinitiative „TUN“ (Transversale und Natur) trägt den Widerspruch schon in ihrem Namen. Während keine Prognose über ein zu erwartendes Verkehrsaufkommen zu belegen ist — oder sind wir etwa schon ein Volk von Hellsehern — lässt sich die Zerstörung der Natur durch das unsinnige Straßenprojekt exakt auf den Quadratmeter ermitteln. Jeder Quadratmeter Asphalt bedeutet eine Versiegelung der Landschaft mit den bekannten Folgen der Kanalisierung des Oberflächenwassers.

Sind die bestehenden Rückhaltebecken etwa kein Beleg dafür, dass immer weniger Regenwasser versickern kann, weil immer größer werdende Versiegelungsflächen einen zu schnellen Wasserabfluss bedingen? Gibt es etwa Zeitgenossen, die Asphalt als Natur ausweisen wollen, sozusagen als ein Schöpfungsakt des Menschen in seinem Wahn nach immer mehr Mobilität?

Nein, „Transversale und Natur“ ist eine Mogelpackung, die keiner Logik standhält. Uns kann niemand weismachen, dass alle Bürger von Zimmern so denken und die Transversale herbeisehnen. Was ist mit den vielen Naturfreunden aus Zimmern, die gerne nach Hemsbach und Umgebung wandern und dann gewiss an der Transversale nicht mehr weiter kommen? Die Variantendiskussion der Zimmerner Bürgerinitiative nach dem Sankt - Florians - Prinzip ist jedenfalls nicht geeignet, die guten nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Hemsbach und Zimmern zu pflegen.

Leider mussten wir, die NOT (Bürgeriniative „Natur oder Transversale“, Hemsbach), erleben, dass unsere Info-Tafeln in Zimmern beschädigt wurden; für uns ein Beleg, dass es einzelnen immer noch nicht gelingt, Demokratie zu leben und die Meinung der anderen zu respektieren. Schade!

Wir wollen es nicht versäumen, die Zimmerner Bürger, die sich unseren Argumenten nicht verschließen, aufzurufen, ihrer Meinung und ihrer Stimme Gewicht zu verleihen, indem sie sich öffentlich dazu bekennen. Die sogenannte Schweigende Mehrheit darf eben nicht mehr schweigen. Wer sich uns anschließen möchte, ist herzlich willkommen. Die Termine unserer Zusammenkünfte werden in der Presse veröffentlicht.

Übrigens, die oft zu hörende Formel, „Die Transversale wird ja doch gebaut“, zeugt von einer tiefen Resignation der Bürger ihrem Staat gegenüber. Viele Bürger glauben nicht mehr an die Durchsetzungskraft ihrer von der Verfassung garantierten demokratischen Rechte. Es muss doch erlaubt sein, die Frage zu stellen: Wer ist der Staat? Haben sich schon zu viele Bürger aus dem Gemeinwesen verabschiedet? Die Wahlbeteiligungen scheinen dies zu belegen. Das hohe Gut einer Demokratie muss gepflegt werden, die Mitwirkung in einer Bürgerinitiative ist ein Mittel dazu.

Nein, die Transversale muss nicht um jeden Preis gebaut werden. Wenn sich genügend Gleichgesinnte zusammentun, kann sie auch verhindert werden. Warum soll es überhaupt ausgeschlossen sein, dass sich unser Landrat anders besinnt und unsere Kreisräte anders beschließen als sich das mancher denkt?

Josef Pohl
Bürgerinitiative Natur oder Transversale (NOT)

Hemsbach, 19.06.2007

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