Leserbriefe und Presseberichte
 

Startseite

Unsere Ziele
Jetzt nachvollziehen...

Transversale
Jetzt informieren...

Aktionen
Jetzt etwas tun...

Mitglied/Spenden
Jetzt Flagge zeigen...

Termine
Jetzt am Ball bleiben...

Leserbriefe
Meinungen zur Transversale ...

Links
Andere Seiten im Web...

Impressum
Jetzt Kontakt aufnehmen...
 

Entscheidung unverantwortlich

Zur Entscheidung des Kreistags über den Bau der „Transversalen" am 19.November 2007 folgender Leserbrief.

Die CDU-Kreistagsfraktion sprach sich nach intensiver Diskussion einstimmig (Fraktionszwang?) für den Abstieg über das Rinschbachtal aus, da diese Trasse nachhaltiger sei (RNZ vom 17./18.11.2007)
Was ist Nachhaltigkeit? Nachhaltig heißt, Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen. Zukunftsfähig wirtschaften bedeutet also auch: Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen. Nachhaltig ist nach dieser Entscheidung, dass Bürger und Gemeinden des Neckar-Odenwald-Kreises mit weiteren ca. fünf Millionen Schulden oder mehr (Risiko: Einhaltung des Kostenrahmens) plus Finanzierungs- und laufenden Straßenunterhaltungskosten belastet werden. 

Weiter werden etwa 17 Hektar Natur unwiederbringlich vernichtet. Obwohl die geplante überregionale Straßenbaumaßnahme in die Zuständigkeit des Landes bzw. des Bundes fällt — warum übernimmt der Landkreis die Kosten? Brauchen wir überhaupt diese Straße, wenn führende Unternehmen in der Region Buchen das Straßennetz als gut bezeichnen und Studien belegen, dass zusätzliche Verkehrswege kaum Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum haben?

Zweifel bestehen nach wie vor an den Prognosen über das künftige Verkehrsaufkommen. Wurde hier mit der Angst der Betroffenen spekuliert? (Deutschlands Bevölkerung schrumpft von 82 Millionen bis 2050 auf 70 Millionen; RNZ v. 8.11.2006.) Der innerörtliche Verkehr wird nicht über die Transversale fahren. Die Gutachter sind sich darüber auch nicht ganz einig, ob das zu erwartende Fahrzeugaufkommen diese Straße rechtfertigt. In Gutachten und Studien wird das verschwiegen.
 
Es ist unverantwortlich, bei der nach wie vor hohen Schuldenbelastung und Zinslast des Landkreis weitere Belastungen von den Bürgern einzufordern, da sich ein möglicherweise wieder schwächeres Wirtschaftswachstum abzeichnet. Die Umweltminister von Bund und Ländern haben sich auf eine deutliche Verringerung des Flächenverbrauches in den nächsten Jahren verständigt. Auf ihrer Konferenz in Nettetal am Niederrhein beschlossen sie, die Umwandlung von Natur in Wohngebieten, Gewerbeflächen und Straßen bis zum Jahr 2020 drastisch einzuschränken. Derzeit werden pro Tag in Deutschland 115 Hektar Freiflächen versiegelt. Auch unser Ministerpräsident Oettinger und die Umweltministerin Gönner wollen den Flächenverbrauch stärker zügeln. (RNZ vom 6/7.10.2007). Hier hat man die Zeichen der Zeit erkannt, dass unsere Zukunft nicht Beton und Asphalt sein kann. Es ist höchste Zeit, Maßnahmen zu ergreifen, die Natur zu erhalten und zu schützen. Die Zerstörung der Natur rächt sich bereits, was die vielen Umweltkatastrophen beweisen.

Die CDU-Kreistagsfraktion und der Kreisrat nehmen diese Fakten nicht zur Kenntnis. Er sollte unsere Umwelt als Freizeit- und Naherholungsraum erhalten und Umweltbelastungen verhindern und nicht erhöhen. In einer asphaltierten, betonierten, mit Abgas verseuchten und von Lärm belasteten Welt lässt sich nicht gesund leben, sie macht krank.

Wie unser Landrat Herr Dr. Brötel auf vielen Veranstaltungen immer wieder betonte, liegt ihm die Gesundheit aller Betroffenen sehr am Herzen. Vergessen haben er und der Kreistag bei ihrer Entscheidung, dass in den Gemeinden Eberstadt, Schlierstadt und Hemsbach, ebenfalls wie in Zimmern, Seckach, und Bödigheim, Menschen leben, die vor den Nachteilen zu schützen sind. Was gedenken Herr Dr. Brötel und der Kreisrat für diese zu tun?

Der Remagener Mathematikprofessor Gerd Bosbach, der zum kritischen Umgang mit statistischen Daten auffordert, sagt: Politiker benutzen die Statistik und Prognosen wie ein Betrunkener einen Laternenpfahl: nicht um eine Sache zu beleuchten, sondern sich daran festzuhalten.

Alfred Blatz
Hemsbach, Nov.2007

Zurück