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Über alle Bedenken hinweg Nach
Kreistagsbeschluss soll nun zwischen Eberstadt und Adelsheim eine neue Straße
(„Transversale“) entstehen. Die Tragweite dieses Beschlusses wurde bislang
der Bevölkerung nicht in allen Bereichen offengelegt. Im Vorfeld wurden im
wesentlichen nur Vorteile dieser Straße aufgezeigt. Bedenken wurden in der
Regel abgebügelt. Für den Fall, dass die Transversale nicht gebaut würde,
wurde mit einem Horrorszenario mit stark zunehmenden Verkehrszahlen Angst
gemacht. Bislang ist das vorhandene Straßennetz für den regionalen Verkehr völlig
ausreichend, auch bei moderater Verkehrszunahme. Es ist unbestritten, dass mit
der neuen Straße ein enormer Durchgangsverkehr angezogen wird. Obwohl die
Trasse II f wesentlich kostengünstiger wäre ‚ fiel die Entscheidung für
die Variante b. Als Entscheidungsgrundlagen wird auf Gutachten verwiesen.
Solche Studien kann ich keineswegs als neutral erachten. Nur Gegengutachten könnten
für Objektivität sorgen. Im Kreistag
konnte man vernehmen, dass nicht wieder, wie bei der „Odenwald-Autobahn“,
eine „historische Chance“ (Heribert Fouquet) verpasst werden soll. Heißt
das, dass diesmal die Gelegenheit genutzt werden soll, das letzte Glied einer
Ersatz-Autobahn zu schließen? Vordergründig stellt man die Entlastung der
Orte Bödigheim, Seckach, Zimmern, Schlierstadt, Bofsheim und Osterburken
heraus. Was aber könnte passieren? Adelsheim wird durch die Umgehungsstraße
B 292 in Ost-West Richtung zunächst entlastet. Wie sieht es aber in der
Nord-Süd-Richtung aus? Hier entsteht durch den Mehrverkehr der Transversalen
ein neuer Verkehrsstrom. Dieser belastet dann wieder Adelsheim, insbesondere
da hier die innerörtliche Verkehrsführung noch aussteht. Insbesondere stellt
sich die Frage, wie denn der Verkehr von und nach Möckmühl über Adelsheim
zur Transversale geführt wird ohne innerörtliche Umgehung, etwa am
ehemaligen Hotel Linde vorbei? Im weiteren Verlauf, Seckachtal abwärts,
trifft es die Orte Sennfeld, Roigheim, Möckmühl und Züttlingen. Nördlich
trifft es die Orte Rippberg und Schneeberg, dort wurde eine Transversale
rundweg abgelehnt. In der
Kreistagssitzung in Merchingen wurde für viele Bereiche über Geldmangel und
gekürzte Zuschüsse gejammert. Im Rundfunk bedauert man die schlechte
Notarztversorgung im Kreis. Es fehlt an Geld. Dringend erforderliche
Reparaturarbeiten im bestehenden Straßennetz können wegen fehlender Mittel
nicht durchgeführt werden. Kann es sein, dass man nicht mit Reparaturarbeiten
kleckern möchte, sondern lieber mit einer Transversalen klotzen? Nach allem,
was bisher gelaufen ist, drängt sich die Frage auf, ob die Macher mit allen
ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln ihre Ursprungsplanung - mit geringen
Abstrichen und ohne Rücksicht auf Naturbelange — demonstrativ realisieren
wollen. Oder soll nur einmal mehr bewiesen werden, dass bestimmte
Vorstellungen oberste Priorität haben und über alle Bedenken hinweg
durchgesetzt werden? Marianne
Seibert,
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