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Verkehrspolitik Veto aussprechen

Deutschland hat das Fußball – WM Spiel um den dritten Platz gewonnen. Weltmeister sind wir aber trotzdem, sofern es sich um gravierende Verdrängungsprozesse handelt. 

Ein hervorstechendes Beispiel hierfür erleben wir augenblicklich im beschaulichen(?) „Madonnenländchen“: Eine Straße soll gebaut werden, eine breite, geradlinige Schnellstraße. Das entlastet uns, weil es für die Menschen zwischen Buchen und Osterburken weniger Lärm geben wird, da der Verkehr von den Ortschaften abgezogen wird. Das schafft Arbeitsplätze. Das kurbelt den Wirtschaftszweig Tourismus an, räumt mit dem Negativimage von „Badisch Sibirien“ auf. Und das Tollste: Es spart Zeit, von der wir doch so wenig besitzen! Sollte es wirklich möglich werden, zehn Minuten schneller von Buchen aus die A 81 zu erreichen?
 
Wir wissen: Der Mensch steht nicht außerhalb der von Gott erschaffenen Natur. Er ist ein winzig kleiner Teil ihres Gefüges. Sie kann durchaus ohne sein Vorhandensein existieren.
 
Werden wir wach! Erkennen wir das überdimensionale Ausmaß des beabsichtigten Vergehens an der belebten und unbelebten Natur, würde es zur Realisierung der „Transversalen“ kommen. Teilen wir unseren gewählten Repräsentanten, an der Spitze unserem Landrat Herrn Dr. Brötel, mit, dass wir dieser Verkehrspolitik ein Veto aussprechen. 

Wie mir Herr Dr. Brötel versicherte, möchte er für die Bürger des Kreises lebensbejahende Zukunftsweichen stellen. Unterstützen wir ihn dabei. Suchen wir gemeinsam nach Alternativen für den Bau dieser Straße, nach Alternativen, die nicht den Tod zahlreicher Lebewesen zur Folge haben, die nicht die Kulturlandschaft „Bauland“ über weite Strecken vernichten. Verdrängen wir nicht unsere Pflicht, die Natur zu schonen. Jeder weiß, wie oft die Natur sich durch Katastrophen, wie wir es nennen, rächt. Dabei kennen Pflanzen, Tiere und Naturerscheinungen doch gar keine Rache. Sie reagieren bloß. Und somit holt uns die Verdrängung unausweichlich ein!  

Ursula Werner

Adelsheim, Juli 2006

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