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Leserbrief
zur aktuellen Diskussion zur Transversale Eberstadt - Adelsheim
Wenig durchdachte Konzepte? Wenig durchdacht müssen die Verkehrskonzepte der letzten Jahrzehnte für den Neckar-Odenwald-Kreis wohl gewesen sein. Oder waren sie es doch? Wenn ja, dann hat man wohl einiges hinter dem Berg gehalten. Denn die Präsentation der Verkehrsprojekte im Raum Adelsheim - Osterburken gleichen einer jahrzehntelangen Salamitaktik. Und dabei wird noch ganz kräftig mit den Ängsten der Bevölkerung gespielt, die die Region zu spalten drohen! Ganze Ortschaften versinken in Verkehrslawinen, in Lärm und Gestank. Da werden Trassen verschoben und Beschlüsse gefasst. So manche Ortschaftsratsitzung gleicht eher einem Bittgottesdienst an einen fast in Vergessenheit geratenen Schutzheiligen - St. Florian verschon mein Haus, zünd andere an! Ein Hauptargument der Straßenbauer für den Bau der Transversale ist, dass diese eine notwendige Folge der Umgehungsstraße Adelsheim – Osterburken sei. Ursache sei die Verlagerung der Verkehrsströme von der Strecke Buchen-Bofsheim-Osterburken auf die L 519 von Buchen kommenden über Bödigheim, Seckach, Zimmer zur Umgehungsstraße Adelsheim – Osterburken. Da stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, bereits vor Jahrzehnten die Umgehungsstraße Adelsheim – Osterburken in einem Gesamtkonzept vorzustellen – mit ihren Auswirkungen im regionalen Gesamtverkehrsystem? Oder war man sich dieser Auswirkungen bewusst und wollte dieses Projekt durch kritische Diskussionen nicht gefährden? Wie dem auch sei - Fehler muss man nicht wiederholen. Jetzt ist es an der Zeit sich Gedanken über die Auswirkungen der Transversale zu machen. Fest steht jedenfalls, es ist nicht damit getan, die beste und kostengünstigste Trasse zu finden! Sie darf vor allem die Menschen nicht trennen! Es stellt sich auch die grundsätzliche Frage, ob die Transversale nicht zusätzlichen Verkehr für die Region anzieht und deshalb als Gesamtprojekt in Frage zu stellen ist? Durch die Umgehungsstraße Adelsheim – Osterburken sollte die Ortsdurchfahrt Adelsheim entlastet werden. Welche Folgen hat die Transversale für den Verkehr aus Richtung Möckmühl kommend? Dort ist immerhin auch eine Anschlussstelle der Bundesautobahn. Schon jetzt fährt, wie ein Anwohner des Ortskerns von Adelsheim dem Unterzeichner bestätigte, vermehrt Schwerverkehr aus Richtung Möckmühl kommend, darunter auch Mülltransporte, die zum Entsorgungszentrum in Buchen wollen, durch die Innenstadt von Adelsheim. Die Transversale wird zusätzliche Anreize bieten! Weitere Straßenbauprojekte,
wie die innerörtliche Umgehung von Adelsheim werden also folgen und mit
Millionen Euro zu Lasten des Steuerzahlers zu Buche schlagen. Wenn Du es eilig hast, dann
gehe langsam! Warum nicht erst einmal
abwarten, wie sie die Verkehrsströme tatsächlich entwickeln, anstatt auf
Verkehrsprognosen zu bauen, die eintreffen können – oder auch nicht? Warum
nicht prüfen, welche Alternativen es zur Transversale gibt? Vielleicht durch
Optimierung vorhandener Strecken? Vielleicht durch intelligente
Verkehrslenkungssysteme, die Verkehr in erträglichen Mengen auf vorhandene
Strecken verteilen? Vielleicht durch Reduzierung des Schwerverkehrs indem man
endlich die Mülltransporte auf die Schiene bringt und den Bestand der
Bahnstrecke Seckach – Miltenberg sichern hilft? Eines sollte den Menschen in der Region allerdings auch bewusst sein – zur Verkehrsfreien Zone werden die Ortschaften in der Region auch mit der Transversale nicht. Wo Straßen sind, ist meist auch Verkehr! Wolfgang Beckert Adelsheim, Okt.2006
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